Spendenverwendung

Die Heinz Sielmann Stiftung steht als gemeinnützige Stiftung gegenüber der Gesellschaft aber vor allem unsern Spendern in der Verantwortung, die Spenden wirksam und den Zielen der Stiftung entsprechend einzusetzen sowie langfristig sparsam zu Wirtschaften. 

Um dieser Verpflichtung ausreichend zu entsprechen, berichten wir transparent über unsere Stiftungsziele, Mittelverwendung und Wirkung der Projekte. Die Heinz Sielmann Stiftung erfüllt alle Selbstverpflichtungen der Initiative Transparente Zivilgesellschaft, die Selbstverpflichtung des Deutschen Spendenrats und veröffentlicht den Nachhaltigkeitsbericht im Internet. Unser Jahresbericht geht an die Stiftungsaufsichtsbehörde und an das Finanzamt.

Stiftungsintern berichten wir die satzungsgemäße Verwendung der Spenden in Quartalsberichten an den Stiftungsrat. Ein monatliches Reporting im Haushalt verbunden mit dem Chancen- und Risikobericht über die Projekte und den Haushalt stellt die wirtschaftliche, sparsame und wirkungsorientierte Führung der Stiftung durch den Vorstand sicher. Unser Jahresabschluss wird von einem externen Wirtschaftsprüfer geprüft und testiert. 

Zur langfristigen Wirtschaftlichkeit der Stiftung trägt zudem bei, dass wir die Vergabe von Leistungen und Produkten über 500 Euro ausschreiben, bei überregionalen Leistungen geschieht dies bundesweit. Bei Dienstleistern und Produzenten arbeiten wir mit befristeten Verträgen.  

Für unsere Finanzanlagen legt die Heinz Sielmann Stiftung soziale und ökologische Kriterien zugrunde, so dass diese nicht im Widerspruch zu den Stiftungszielen stehen. Das Anlageportfolio wird ausschließlich nach den Sustainability Indizes „STOXX Global ESG Leaders‐Index“, dem „STOXX Sustainability ex AGTAFA‐Index“ und Dow Jones Sustainability Indizes angelegt. Dadurch wird in max. 600 nachhaltige Aktien weltweit investiert.  Ausgeschlossen sind für uns Anlagen in Werte der Tabak-, Rüstungs-, Waffen-, Entertainment- und Alkoholindustrie sowie in Staatsanleihen von Ländern, in denen die Todesstrafe angewandt wird. Die Einhaltung dieser Richtlinie wird durch das Kontrollgremium im Anlageausschuss zwei Mal im Jahr überprüft.

Die Erträge setzten sich 2015 zusammen aus Spenden (6.218 T€), Erbschaften (1.352 T€) und Zustiftungen (368 T€) (siehe Bilanz 2015). Davon wurden 5,13 Mio€ für projektbezogene Aufwendungen und 2,73 Mio€ für Verwaltungsaufwendungen, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verwendet; die noch nicht verbrauchten Spendenmittel werden der Finanzierung langfristiger Projekte in den nächsten Jahren dienen. Die Einnahmen aus Zustiftungen werden dem Stiftungskapital zugeführt, die Einnahmen aus Erbschaften können der zeitnahen Mittelverwendung oder dem Stiftungskapital zugeführt werden. Die im Jahr 2015 zugeflossenen Erbschaften wurden mit Zustimmung des Stiftungsrates der zeitnahen Mittelverwendung zugeordnet. 

Unseren Spendern machen wir das Angebot, an Spenderreisen und Spenderführungen teilzunehmen, so dass sie sich direkt vor Ort in den Projekten der Heinz Sielmann Stiftung bundesweit von der Wirkung ihrer Spenden überzeugen können. Außerdem erläutern wir in Spenderberichten, im monatlichen Sielmann Report und auf unserer Website, für welche Projekte die Spenden eingesetzt werden. Weitere Informationen finden die Spender im Newsletter und auf der Website der Stiftung, dort machen Bilder und Videos die Projekte erlebbar.  

2014 und 2015 haben wir eine externe Beratungsgesellschaft beauftragt, eine Wirkungspotenzialprüfung von drei unserer Projekte sowie unserer Organisation durchzuführen. Damit wollen wir sicherstellen, dass die Spenden aktuell und zukünftig sinnvoll und effektiv eingesetzt werden und ihre Wirksamkeit gewährleistet wird. Als Stärken der Heinz Sielmann Stiftung wurden dabei die Zielsetzungen, Konzepte sowie die Langfristigkeit der Projekte identifiziert. In den Projekten werden die Notwendigkeit und Bedeutung des Erhalts der biologischen Vielfalt klar und wissenschaftlich fundiert herausgearbeitet. Außerdem passt die Auswahl und Qualifikation der Mitarbeiter/Innen in den Projekten gut zu den jeweiligen Konzepten. Verbessern können wir uns jedoch noch in der Konkretisierung von Zielen sowie bei der Entwicklung von übergreifenden Leitlinien für Monitoring, Evaluationen und Reporting. Für 2016 ist der Aufbau eines standardisierten Monitoring in den Naturlandschaften der Stiftung geplant, weiterhin soll ein eigenes Wirkungs-Handbuch der Stiftung entstehen und die Evaluation durch die Besucher in den Naturerlebniszentren Gut Herbigshagen und Döberitzer Heide sowie der Teilnehmer an Seminaren im Veranstaltungsprogramm „Tage voller Vielfalt“ und „Schulbauernhof“ fortgesetzt werden. Die Stiftung fördert und unterstützt finanziell universitäre Projektsemester, Masterarbeiten und Promotionen, die sich in der Stiftung diesen Themen widmen.

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" Prof. Dr. Martin Sauerwein

Im vergangenen Jahr haben wir das Bildungskonzept des Schulbauernhofs der Heinz Sielmann Stiftung evaluiert. Dazu befragten wir eine 5. Klasse vor und nach ihrer Woche auf dem Bauernhof. Im Bereich der Ökologie – z.B. artgerechte Tierhaltung, Ernährung und lokale Produkte - haben die Kinder sehr viel dazu gelernt. Ausbaufähig ist der Lernerfolg bei den anderen Dimensionen von Nachhaltigkeit, d.h. die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte. Unterm Strich ist das Projekt jedoch sehr erfolgreich. Ich persönlich würde mich freuen, wenn die Stiftung die finanziellen Mittel hätte, die Personalkapazitäten besonders in den Naturlandschaften weiter auszubauen, um dann beispielsweise die Döberitzer Heide der Öffentlichkeit noch besser zugänglich machen zu können.

Prof. Dr. Martin Sauerwein
Universität Hildesheim