Kommunikation über Wirkung der naturschutzfachlichen Projekte und Maßnahmen

Wir berichten transparent über die Verwendung unserer Spenden (siehe Spendenverwendung) . Ein wichtiger Aspekt des richtigen Einsatzes der Spenden ist das Messen der Wirkung unserer naturschutzfachlichen Maßnahmen und die Kommunikation darüber an unsere Spender. Über den monatlichen Sielmann Report, den Geschäftsbericht, unsere Newsletter und Website werden unsere Spender über die aktuelle Wirkung unserer Projekte informiert.

Um die Wirkung unserer Projekte messen zu können, haben wir in unseren Projekten verschiedene Evaluierungsmaßnahmen implementiert. Im Bereich der Umweltbildung werden die Teilnehmer am Ende der Veranstaltungen gebeten, diese zu evaluieren. Bei Schulklassen ist dies zum Beispiel am Ende einer Schulbauernhofwoche der Fall. Auch in der Ausstellung auf Gut Herbigshagen werden die Besucher gebeten, anhand eines Fragebogens ihr Erlebnis bei uns zu bewerten. Ein Zufriedenheitsbarometer sind für uns darüber hinaus die Gästebücher in den Naturerlebniszentren. In den Naturlandschaften werden im Rahmen von Partnerschaften zu Universitäten und Hochschulen Monitorings z.B. innerhalb von Projektsemestern, Bachelor- und Masterarbeiten durchgeführt.  

Mit Hilfe unseres Fundraising-Dienstleisters messen wir den Erfolg unserer Spendenmailings. Detaillierte Auswertungen pro Mailing und verbundenem Projekt geben uns Auskunft darüber, welche Projekte sich besonders gut für die Gewinnung von Spendern und Spendengeldern eignen.

Die Ergebnisse der Evaluationen werden in Berichten an den Vorstand und Stiftungsrat kommuniziert und in Workshops mit den Projekt- und Bereichsleitern zweimal Jährlich diskutiert. Aktuelle Anpassungen auf Grundlage der Evaluationen sind beispielsweise die Programmänderungen in der Seminarreihe „Tage voller Vielfalt“, die Aufnahme von neuen Inhalten in das Programm des Schulbauernhofs und bauliche Investitionen in die drei Naturerlebniszentren der Stiftung mit neuen Ausstellungen und modernen Medien. 

Kommunikation mit Stakeholdern im Rahmen der Projekte

Bei der Planung von neuen und der Weiterentwicklung von aktuellen Projekten beziehen wir eine Vielzahl von Organisationen und Personen mit ein. Dies können z.B. politische Instanzen, Gebietskörperschaften, Länderministerien, regionale Behörden, naturschutzfachliche Organisationen und Bewohner sein. All diese Stakeholder werden beispielsweise über Telefon, per E-Mail, in persönlichen Gesprächen und Vor-Ort-Terminen über die Projekte informiert und beteiligt. Besonders intensiv ist die Zusammenarbeit mit regionalen Behörden und Ämtern sowie Unternehmen. So arbeiten wir beispielsweise beim Schutz des Auerwildes im Schwarzwald mit einem Landesbetrieb Forst zusammen, die Stiftung fördert das Projekt finanziell und der Landesbetrieb setzt die Maßnahmen um. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Dallgow-Döberitz, dem großflächigen Einzelhandel „HavelPark“ und dem Investor Erlebnis Akademie AG Bad Krötzting entwickeln wir einen Baumkronenpfad. In unseren Bergbaufolgelandschaften führen wir im Auftrag von Unternehmen Kartierungs- und Monitoring Maßnahmen durch, z.B. in der Bergbaufolge Niederlausitz im Auftrag der LMBV Brandenburg oder in der Bergbaufolge in Sachsen im Auftrag der MIBRAG als Bergbauunternehmen. Die an Projekten beteiligten Stakeholder werden über die Projekt- und Bereichsleiter über die Monitoring-Ergebnisse informiert. In allen Projekten, an denen mehrere Parteien beteiligt sind, finden regelmäßig Treffen statt oder werden Berichte zu den Monitoring-Ergebnissen versendet. 

Feedback- und Beschwerdemechanismen

Für Feedback zu unseren Projekten stehen wir mit Fachleuten aus den Bereichen Naturschutz und Politik in Kontakt und beziehen örtliche Besucher, Interessierte und Engagierte des Projekts gemeinsam mit dem örtlichen Projektleiter mit ein.

Wie bereits im Kapitel Spendenverwendung  beschrieben haben wir 2015 eine Wirkungspotenzialprüfung für drei unserer Projekte durchführen lassen. Mit Hilfe der Analyseergebnisse werden wir die Wirkungsmessung unserer Projekte weiter optimieren. Außerdem haben wir den Naturtourismus der Stiftung ebenfalls durch einen externen Berater evaluieren lassen.

Alle Stakeholder haben die Möglichkeit Beschwerden über unsere Projekte oder die Projektumsetzung einzureichen. Zur Verfügung stehen dafür – wie für alle anderen Beschwerden an die Stiftung auch – Telefonansprechpartner und das Kontaktformular online sowie der externe Ombudsmann in Duderstadt. Selbstverständlich sind wir auch in persönlichen Gesprächen jeder Zeit offen für Feedback zu unseren Projekten.

Wenn eine Beschwerde zu einem Projekt eingereicht wird, wird der Projektleiter informiert und tritt mit dem Beschwerdeführer direkt in Kontakt. In vielen Fällen  übernimmt dies auch direkt der Vorstand und ggf. wird der Stiftungsrat in Kenntnis gesetzt. Beschwerden werden zeitnah beantwortet, teilweise auch in öffentlichen Antworten über den Sielmann Report für die Spender.

2015 erreichten uns Beschwerden über die Schließung der Betriebsstätte Storkow in der Naturlandschaft Groß Schauener Seen: Die Spender fragten nach dem Grund der Schließung. Informationen dazu haben wir daraufhin online bereitgestellt. Die Betriebsstätte wurde zugunsten einer Konzentration aller brandenburgischen Betriebsstätten in der Betriebsstätte Döberitzer Heide geschlossen. Beim Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Eichsfeld-Werratal“ haben wir Akzeptanzprobleme bei Landwirten und anderen Flächenbesitzern. Um mehr Akzeptanz zu schaffen, wurden Gespräche mit den Betroffenen und mit Multiplikatoren z.B. in Diskussions- und Moderationsrunden geführt und die Förderkulisse – d.h. die Fläche der zu schützenden Gebiete  – wesentlich reduziert.  

Ausblick 

2016 werden die Ausstellungsevaluationen fortgeführt. In den Naturlandschaften wollen wir das Monitoring auch im Auftrag des Landes Brandenburg ausbauen und zwei Promotionen laufen: das Monitoring des Moores in Wanninchen und zur Kapazitätsgrenze für Großherbivoren in der Döberitzer Heide.

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" Rainer Entrup

Im Rahmen der Initiative Nationales Naturerbe wurde der Heinz Sielmann Stiftung 2012 die Fläche in der Kyritz-Ruppiner Heide vom Bund übertragen. Seitdem pflegt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) die Flächen im Auftrag der Stiftung. Wir setzen die enge Zusammenarbeit auch in der Döberitzer Heide fort, dort als Nachbarn, da die Fläche der Stiftung an die der BIMA angrenzt. Die nachbarschaftliche Zusammenarbeit hat sich sehr gut entwickelt und ich tausche mich in regelmäßigen Treffen mit der Stiftung zu fachlichen Themen aus. Gerade haben wir ein gemeinsames zehnjähriges Planungswerk für das Gebiet der Döberitzer Heide unter besonderer Berücksichtigung der geltenden Naturschutzverordnungen erstellt. Das Planungswerk schafft für alle beteiligten Akteure Klarheit über die Ziele für das Gebiet, auch über Besitzgrenzen hinweg, und die geeigneten Maßnahmen können aufeinander abgestimmt durchgeführt werden.

Rainer Entrup
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bundesforstbetrieb Westbrandenburg